Von: Lothar Schmeller
Buchautor, Redakteur
Am Kuniberg-Berufskolleg wurde die Klimawoche 2025 mit einer feierlichen Begrüßung durch Schulleiterin Frau Michaela Korte eröffnet. Ihre Worte spiegelten das Herzstück der Veranstaltung wider: Das Thema Nachhaltigkeit, das nicht nur an den Wänden der Schule steht, sondern tief im täglichen Handeln verankert ist. Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein Schlagwort – sie ist eine Verantwortung, die uns alle betrifft.
Frau Korte begrüßte nicht nur die Schüler und Kolleg:innen des Kuniberg-Berufskollegs, sondern auch eine Reihe von prominenten Gästen, die der Einladung zur Veranstaltung gefolgt sind. Darunter war auch Dr. Udo Engelhardt, der bereits zum vierten Mal an der Klimawoche teilnahm und sein Fachwissen sowie seine Leidenschaft in einem beeindruckenden Vortrag einbrachte. Kathrin Salwiczek, Lothar Schmeller und Patrick Reinke.
Ein gelebtes Nachhaltigkeitsprofil
Seit 2006 hat das Kuniberg-Berufskolleg das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seines pädagogischen Konzepts gestellt. Die Schule wurde 2013 als einzige ÖKOPROFIT®-zertifizierte Berufsschule ausgezeichnet. Hier wird Nachhaltigkeit nicht nur gelehrt, sondern auch aktiv gelebt: Ob durch den Eine-Welt-Laden im Eingangsbereich oder das Engagement im Schulgarten – alle Projekte tragen zur Bewusstseinsbildung und praktischen Umsetzung bei. Das bedeutet, dass nicht nur Informationen vermittelt werden, sondern konkrete Handlungsoptionen geschaffen werden, die zum Handeln anregen.
Frau Korte betonte, dass es nicht nur um das Zuhören geht, sondern darum, wie jeder Einzelne Verantwortung übernehmen kann. Es ist eine Einladung zu einer aktiven Teilnahme an Workshops, Diskussionen und Projekten während der Klimawoche, um gemeinsam konkrete Lösungen zu erarbeiten.
Vortrag: Dr. Engelhardt: Der Ruf zum Handeln
Dr. Engelhardt nutzte seinen Vortrag, um eine Brücke zwischen der Theorie des Klimawandels und der Praxis der lokalen Handlungsoptionen zu schlagen. Er zeigte auf, wie die Veränderungen in den Meeren als Frühwarnsysteme für den Klimawandel dienen. Seine Erfahrungen als Meeresbiologe, insbesondere sein Blick auf die Korallenriffe, die bei extrem hohen Wassertemperaturen vor seinen Augen abgestorben sind, verdeutlichten die Dringlichkeit des Handelns.
Für Dr. Engelhardt war der Klimawandel immer ein persönliches Anliegen. Seit 1998 beobachtet er die dramatischen Auswirkungen auf die Meere und das Leben, das dort beheimatet ist. Heute ist er sich sicher: Die Zeit zum Handeln wird immer knapper. Doch es gibt immer noch einen kleinen Spielraum, in dem jede und jeder Einzelne von uns einen Beitrag leisten kann – sei es durch lokal agierende Projekte oder durch persönliche Verhaltensänderungen.
Eine klare Botschaft: Gemeinsam gegen den Klimawandel
Dr. Engelhardt rief alle Anwesenden dazu auf, sich aktiv an der Veränderung zu beteiligen. Es reicht nicht mehr aus, nur zuzuhören – es ist an der Zeit, dass wir handeln, und zwar kollektiv und individuell. „Was seid ihr bereit zu tun, um in dieser Sache aktiv zu werden?“, fragte er eindringlich. Es ist nicht nur eine moralische Verantwortung, sondern eine Dringlichkeit, die von uns allen fordert, Verantwortung zu übernehmen.
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war der Austausch über die sogenannten „Global Tipping Points“, die aktuellen Entwicklungen des Klimawandels und die neuesten wissenschaftlichen Berichte. Diese Informationen sollen helfen, das Bewusstsein zu schärfen, und gleichzeitig als Grundlage für künftige Handlungen dienen. Es wurde betont, dass jeder von uns eine entscheidende Rolle in diesem Prozess spielen kann und dass vor allem junge Menschen, wie die Schüler:innen des Kuniberg-Berufskollegs, eine Schlüsselrolle im Klimaschutz spielen können.
Podiumsdiskussion zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Im Anschluss an den Vortrag fand eine Podiumsdiskussion statt, bei der Experten aus verschiedenen Bereichen ihre Perspektiven zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit teilten:
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Lothar Schmeller: Leiter des Agenda-Büros der Lokalen Agenda 21 für Recklinghausen. Die Lokale Agenda 21/2030 mit ihren Fachforen ist seit 1992 engagiert für eine nachhaltige Stadtentwicklung, fördert Bürgerbeteiligung und setzt sich für Klimabewusstsein in der Region ein.
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Kathrin Salwiczek: Sprecherin der BUND-Ortsgruppe Recklinghausen. Die BUND-Ortsgruppe Recklinghausen engagiert sich für den Natur- und Umweltschutz vor Ort und lädt regelmäßig zu Aktionen und Treffen ein, um Bürger:innen zu aktivem Mitmachen zu motivieren.
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Patrick Reinke: Klima-Experte bei Greenpeace, Essen. Greenpeace setzt sich für den Schutz des Klimas und der Meere ein und wirbt für einen systemischen Ansatz im Klimaschutz, der über Einzelmaßnahmen hinausgeht.
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Dr. Udo Engelhardt: Meeresbiologe mit über 30 Jahren Erfahrung in der Klimaforschung. Er berichtete von seinen Beobachtungen in den Tropen, wo Korallenriffe bei Wassertemperaturen von 34 Grad Celsius abgestorben sind, und warnte vor den dramatischen Auswirkungen des Klimawandels.
Die Diskussion ermöglichte den über 100 anwesenden Schüler:innen und Lehrkräften, Fragen zu stellen und sich aktiv in den Dialog einzubringen. Sie verdeutlichte, dass Klimaschutz nicht nur ein globales, sondern auch ein lokales Thema ist, bei dem jede:r Einzelne Verantwortung übernehmen kann. Die Klimawoche am Kuniberg-Berufskolleg setzt somit ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit und gemeinsames Handeln.
Schlussgedanken: Es geht um Verantwortung
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass der Klimawandel nicht nur ein Thema für Experten oder Politiker ist – er betrifft uns alle. Die Schulung im Bereich Nachhaltigkeit, wie sie im Kuniberg-Berufskolleg praktiziert wird, stellt sicher, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen erlangen, sondern auch konkrete Handlungsoptionen entwickeln, die sie in ihr tägliches Leben integrieren können.
In dieser Klimawoche geht es darum, nicht nur zuzuhören, sondern aktiv zu werden. Die Schüler:innen sind eingeladen, ihre eigenen Ideen und Lösungen zu entwickeln, um so gemeinsam eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Letztlich ist es nicht nur eine Verantwortung, die wir tragen, sondern auch eine Chance, unser Leben und unsere Welt zum Positiven zu verändern.
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