Von: Lothar Schmeller
Buchautor, Redakteur
Wie sieht eine Stadt aus, in der Menschen gemeinsam Zukunft gestalten?
Beim Infoabend zur IGA 2027 am 13. Oktober in der VHS Recklinghausen wurde diese Frage nicht theoretisch diskutiert, sondern praktisch beantwortet: Mit Projekten, Stimmen, Perspektiven – und echter Beteiligung.
Veranstaltungsort mit Symbolkraft: Die VHS Recklinghausen
Die Wahl der Volkshochschule als Veranstaltungsort war kein Zufall. Als offener Lern- und Begegnungsort spiegelte sie perfekt den Geist des Abends wider: Austausch, Bildung, Teilhabe.
Die Begrüßung übernahm Anne Becker, die mit einem herzlichen Einstieg den Ton setzte: Dieser Abend soll nicht nur informieren, sondern verbinden – Menschen, Themen, Ideen.
Jessica Burri (Fachforum Nachhaltige Stadtentwicklung) moderierte durch das Programm, das eindrucksvoll zeigte, wie weit Recklinghausen bereits auf dem Weg der Transformation ist.
„Mein Garten“ wird zur Bewegung: Das Netzwerk Gartenvielfalt
Ein zentraler Programmpunkt war die Präsentation der lokalen Gartenprojekte, die unter dem Dach von „Mein Garten“ – einer der drei Säulen der IGA 2027 – zusammenkommen.
Das Netzwerk "Gartenvielfalt Recklinghausen" stellte sich mit einer liebevoll gestalteten Ausstellung vor:
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Der VestGarten mit seinen gemeinschaftlichen Beeten
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Der Hain der Menschenrechte als politisch-poetischer Ort
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Das Feuchtbiotop Paschgraben, das Artenvielfalt mitten in der Stadt schützt
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Projekte von Inge Bischof, Anja Hestermann, Heike Liba, Björn Wollersheim u. v. a.
Die Ausstellung zeigte: Hier geht es nicht nur um Pflanzen.
Sondern um Zusammenhalt, Bildung, Identität – und das gemeinsame Erleben von Natur mitten in der Stadt.
Eine Besucherin sagte später:
„Ich hatte keine Ahnung, dass hier so viele grüne Initiativen aktiv sind – das hat mich tief beeindruckt.“
Wohnen am See: Stadtentwicklung neu gedacht
Den zweiten Schwerpunkt bildete die Vorstellung des Projekts „Wohnen am See“ – ein neues Wohnquartier auf dem Gelände der alten Trabrennbahn Hillerheide.
Helge Wassermann von der Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen und Britta Höber,
Abteilungsleiterin Stadtplanung, zeigten:
Hier entsteht nicht einfach ein Wohngebiet – sondern ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Quartier mit:
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Zentralem See als Regenrückhalt und Aufenthaltsort
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CO₂-neutraler Energieversorgung
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Autoarmen Straßen und kurzen Wegen
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Sozialer Durchmischung
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und einem bewussten Bezug zur historischen Form der alten Rennbahn
Die IGA-Ebene „Unsere Gärten“ wird hier konkret – sichtbar, greifbar, bewohnbar.
Ausgezeichnete Stadt der Transformation
Dass Recklinghausen damit bundesweit ein Vorbild ist, wurde an diesem Abend besonders deutlich:
Das Wohnquartier der Stadt Recklinghausen wurde im Rahmen der IGA 2027 offiziell als "Zukunftsprojekt der Region" ausgezeichnet.
Diese Anerkennung ehrt nicht nur die Verwaltung, sondern vor allem die vielen Bürger:innen, Initiativen und Engagierten, die tagtäglich an der Umsetzung mitwirken – im Kleinen wie im Großen.
IGA-Projektmanager Benjamin Greulich: „Transformation gelingt, wenn Menschen mitgestalten.“
Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag von Benjamin Greulich, Projektmanager der IGA 2027 und verantwortlich für die digitale Plattform „Mein Garten“. Seine Botschaft war klar:
„Die IGA ist irgendwann vorbei – was bleibt dann übrig? Es sind Orte wie dieser hier in Recklinghausen, wo aus temporärer Initiative dauerhafte Struktur werden kann.“
Er lobte ausdrücklich die gut organisierte Zusammenarbeit in der Stadt und die engagierte lokale Agenda 21. Gerade solche Orte seien es, die den Transfer zwischen den Ebenen der IGA möglich machen – von der Vision zur täglichen Praxis.
Was bleibt vom InfoTag?
Ein Gefühl: Es passiert wirklich etwas.
Nicht irgendwann, nicht irgendwo – sondern hier in Recklinghausen, direkt vor unserer Haustür.
Ein Besucher brachte es auf den Punkt:
„Ich gehe heute Abend mit dem Gefühl nach Hause, dass ich selbst Teil der Veränderung sein kann.“
Und genau das ist die Essenz dieses Abends – und der IGA:
Zukunft ist nicht das, was irgendwann kommt. Sondern das, was wir gemeinsam möglich machen.
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